Frieden – ein integrales Konzept
Frieden ist mehr als die Abwesenheit von Krieg. i.r.i.s. e.V. verfolgt nicht ein Minimalkonzept des Friedens, sondern versteht Frieden umfassend: Frieden im Sinne eines integralen anthropogenen Systems, welches die Breite soziokultureller, ökonomischer, politischer und ökologischer Faktoren und Prozesse vital und konstruktiv verbindet.
Hierbei stehen die kulturellen und natürlichen Zusammenhänge im Globalsystem Erde in einem dynamischen Zustand interaktiver Korrespondenz, der Menschen und Gemeinschaften Freiheit, spirituelle wie kreative Entfaltung, Versorgungssicherheit und psychische wie physische Integrität auf der Grundlage von Kooperation, Kommunikation und Partizipation sichert.
Frieden bedeutet die dynamische, kooperative, nachhaltige und kreative Entwicklung im Individuum
als auch in und zwischen Individuen, Gruppen, Kulturen, sozioökonomischen Systemen und Natur. Hierbei ist die Veränderung und biologische und kulturelle Differenzierung über die Zeit
hinweg für eine friedliche Evolution des Lebens unverzichtbar.
Integraler Frieden verbindet unterschiedliche Friedensbegriffe z.B.:
∞ Frieden, den ein Mensch mit sich selbst finden und wiederfinden kann;
∞ Frieden, den Menschen über die Einbettung in ihr soziale Umfeld finden und geben können;
∞ Frieden, der zwischen unterschiedlichen sozialen, politischen und kulturellen Gruppen durch Dialog, Austausch, Kooperation entstehen kann und der andere Gruppen in ihren Friedensprozessen stärkt;
∞ Frieden, der zwischen unterschiedlichen menschengemachten (anthropogenen) Systemen und Strategien – wie z.B. Ökonomien – bestehen kann und zu einer Optimierung von Kooperationen und Lebensverhältnissen führen kann;
∞ Frieden, der zwischen menschlichen Gemeinschaften und Natur herrschen und durch den ein komplementäres, wechselseitig stabilisierendes Miteinander erwachsen kann;
∞ Frieden, der sich mittels konstruktiver Konfliktkultur in Konfliktfähigkeit, Konfliktbearbeitung, und Konfliktlösung äußert;
∞ Frieden über konstruktiven Streit, der das Gegenüber nicht zerstört oder anhaltend schädigt, sondern aus dem konstruktiv-vitales Verstehen und Miteinander entstehen kann;
∞ Frieden, der sich durch dynamischen Wandel und angepasste Überlebensfähigkeit im Evolutionsverlauf
äußert, der in diesem Sinne Vielfalt und Differenz, Konflikt und Veränderung integral beinhaltet;
∞ Frieden als wandlungs- bzw. entwicklungsfähiger Prozess, der zukünftige Entwicklungschancen/-
potenziale und Handlungsoptionen offen hält und nicht unnötig durch politische oder technologische Rahmenbedingungen eingrenzt;
∞ Frieden als Abwesenheit von Entwürdigung und Zerstörung von Menschen und Natur und deren Entwicklungspotenzialen;
∞ Frieden als Abwesenheit von Krieg und kriegsbefördernden Strukturen.
i.r.i.s. verfolgt einen integralen Ansatz, der die oben genannten Aspekte in sich vereinigt. Frieden wird als Sprachhülse oft im Munde geführt, ohne dessen begriffliche Tragweite und Tiefe in ihrer
inhaltlichen Konsequenz wirklich reflektieren und verstehen zu wollen. Frieden ist kein statisches
Modell ewigen Glückes und unbegrenzter Harmonie und soll und kann dies auch nicht repräsentieren.
Ein solcher Status wäre nicht nur ermüdend langweilig, sondern würde die Entwicklungskraft
von Menschen behindern und einschläfern. In der Natur finden wir keine statischen, sondern
nur dynamisch stabilisierte Systeme. Viele Vorstellungen des Friedens sind aus der Theorie
hergeleitet. Bewegte und dynamische Harmonien, haben in diesen Metaphern oft wenig Platz. In
der Wirklichkeit haben sie keinen Bestand, sie zerbrechen an ihrer Starrheit gegenüber einer lebendig
differenzierten Welt.
Zu Frieden gehört wesentlich mehr, Harmonie ist komplex und dynamisch
verbunden. Im Sinne der Arbeit von i.r.i.s. wird Frieden als permanent neu erschaffene
Vision, eine dynamisch-kooperative Zielvorstellung, verstanden, der dauerhaft zugearbeitet und
zugestrebt werden muss. Es geht nicht darum, Friedensarbeit irgendwann überflüssig zu machen,
sondern sie im kulturell-evolutiven Prozess kreativ und konstruktiv voran zu treiben. Es geht darum darüber zu wachen, dass die vitalen Elemente und Austauschprozesse, die mit lebendigen
Frieden verknüpft sind, zu erhalten und fortzuentwickeln.
Friedenssuche & Förderstruktur
Integralität findet sich im Sinne von i.r.i.s. nicht im religiösen oder wissenschaftlichen Verharren, sondern in der Zusammenführung der spirituellen wie intellektuellen und dinglichen Dimensionen
von Erkenntnis.
i.r.i.s. fördert und unterstützt die Zusammenführung von Erkenntnis und
praktischer Umsetzung im Kontext des Leitbildes eines integralen Friedens. i.r.i.s. hat sich zur
Aufgabe gemacht, die Suche ‚nach dem verlorenen Frieden’ auf allen von Menschen beeinflussbaren
Ebenen und Handlungsräumen zu fördern, zu stützen, zu initialisieren und öffentlich zu
thematisieren.
Frieden wird durch (Wieder-) Begegnung und Austausch, durch Kooperation und Berührung möglich. Frieden kann nur über integrale Ansätze im Rahmen nachhaltiger, zukunftsfähiger Lebensstile
und internationaler Kooperationen und geteilter Verantwortung erreicht und erhalten
werden.
i.r.i.s. sucht weltweit Partner, die sich der Suche nach integralen Systemen zur Friedensstärkung und -förderung anschließen und zu der ihren machen. Konkret sind dies Unternehmen und Privatpersonen,
Veranstalter, Multiplikatoren, Medienpartner, Mäzene und Gönner, die mit ihrem
Namen, ihren Kontakten und ihrer Wirtschaftskraft die Eigendynamik der von i.r.i.s. e.V. geförderten
Projekte vorantreiben.
Über die Spenden an i.r.i.s. werden unterschiedliche Projekte, Initiativen und Aktivitäten gefördert, die dem Anliegen von i.r.i.s. entsprechen und zuarbeiten. Im Zentrum der Förderungen steht
immer die Suche nach Frieden, das Nachforschen und Ergründen Frieden schaffender und –
stärkender Maßnahmen, sowie deren aktive und konkrete Umsetzung und Verwirklichung.
So können beispielsweise gefördert werden:
∞ Partizipationsworkshops/ Zukunftswerkstätten/ Planungszellen, über die kollektive Entscheidungen
getroffen und Mediationsprozesse auf zivilgesellschaftlicher Ebene begleitet werden;
∞ Konferenzen/ Symposien/ Tagungen, die politische und/ oder ökonomische Interessensausgleiche
und Konfliktlösungen befördern;
∞ Die Zusammenführung von Konfliktparteien und deren mediatorische und unterstützende Begleitung
für Konfliktlösungen;
∞ Forschungsprojekte und –arbeiten, die sich mit Friedensforschung und –sicherung befassen,
sowie daran geknüpfte Veröffentlichungen, mediale Präsentationen, etcetera...;
∞ Psychosoziale Arbeit mit Flüchtlingen aus Krisengebieten;
∞ Therapeutische Maßnahmen für Menschen jeglichen Alters, die sich in Konfliktsituationen befinden,
oder in der Gefahr befinden, in solche zu geraten;
∞ Projekte, Initiativen und Organisationen, die sich mit der Stärkung von Ökosystemen, ökologischer
Nachhaltigkeit, Ressourcensicherung und –regeneration befassen;
∞ Projekte, Initiativen und Organisationen, die sich mit dem Aufbau und der Unterstützung lokaler
Ökonomien und Sozialsysteme sowie deren Integration in globale Austauschprozesse befassen;
∞ Projekte, Initiativen und Organisationen, die sich mit der Stärkung und Sicherung von Menschenrechten,
Geschlechtergerechtigkeit, Friedenspolitik und Kriegsnothilfen befassen;
∞ Projekte, Initiativen und Organisationen, die sich der Förderung und Stärkung internationaler
und transnationaler Zusammenarbeit, interkulturellen und –religiösen Austausches und globaler
Gerechtigkeit widmen; ∞ Die Verbreitung des Friedensgedankens und die Förderung der öffentlichen Debatte um integrale
Friedensvorstellungen und deren politischen und ökonomischen Voraussetzungen;
∞ ...
Der integrale Charakter der Förderprojekte äußert sich im Querschnitt der geförderten Projekte
ebenso wie in der Ganzheitlichkeit im Suchprozess und Projektansatz der einzelnen Projekte. Es
besteht kein Anspruch auf Förderung. i.r.i.s. entscheidet je Förderantrag separat auf Grundlage
wissenschaftlicher Gutachten und Evaluationen, sowie unter Berücksichtigung der finanziellen
Möglichkeiten. Ein wichtiges Kriterium für die Förderung ist auch die Möglichkeit, die Förderprojekte
öffentlich zu kommunizieren und zu dokumentieren um die Arbeit von i.r.i.s. weiter zu gewährleisten
und zu verbessern. Eine Förderobergrenze ist nicht gesetzt, i.r.i.s. entscheidet die
Förderhöhe gemäß den verfügbaren Finanzmitteln und des Bedarfs. Die Entscheidung über die
Förderung obliegt dem Gesamtvorstand nach fundierter fachlicher Evaluation. Die Seriosität und
Qualität der Förderentscheidungen von i.r.i.s. ist durch die Zusammensetzung der Vorstandsmitglieder
sowie die interdisziplinären Kooperation mit international anerkannten wissenschaftlichen
Institutionen und Organisationen gewährleistet. |